Der Gesetzgeber hat die Unterhaltsansprüche ehelicher wie nichtehelicher Mütter im Falle der Kinderbetreuung neu geregelt. Dieser sogenannte Betreuungsunterhalt wurde in beiden Fällen auf zunächst 3 Jahre begrenzt. Er wurde also für eheliche Mütter auf das Maß reduziert, wie er nichtehelichen Müttern schon bislang zustand. Die Vorschriften wurden auch textlich angeglichen.

Wesentlich ist aber jetzt die Frage, welche Voraussetzungen vorliegen müssen, damit die 3 Jahres Frist verlängert werden kann. Dafür können nach Meinung der Gerichte mehrere Gesichtspunkte sprechen:

a) kindbezogene Gründe können vorliegen, wenn die besonderen Gegebenheiten beim Kind selbst eine intensivere und damit auch längerfristige Betreuung erforderlich machen. Dabei ist zu prüfen, inwieweit Einrichtungen zur Betreuung der Kinder vorhanden sind.
b) Elternbezogene Gründe können dann vorliegen, wenn sich nicht verheiratete Eltern zusammengelebt haben und dadurch Lebensverhältnisse entstanden sind, auf die auch die Mutter des nichtehelichen Kindes vertraut hat und auch vertrauen durfte.

In gewissem Umfang kann es insbesondere aus Gründen der Rechtssicherheit und rechtlichen Vorhersehbarkeit richtig sein, Generalisierungen und Pauschalierungen vorzunehmen. So kann nach der neuen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes generell hingenommen werden, dass Kinder bis zu Vollendung des achten Lebensjahres einer intensiven Betreuung bedürfen und solange Betreuungsunterhalt geschuldet wird. Damit soll aber das bislang von der Rechtssprechung angewandte Altersphasenmodell nicht weiter fortbestehen. Das neue Recht soll nämlich mehr als bislang zur individuellen Beurteilung des konkreten Sachverhaltes zwingen und zur Beurteilung des jeweiligen Einzelfalls führen. Der Unterhalt begehrende Elternteil hat also weit mehr als bisher seinen Unterhaltsanspruch zu begründen, weil er künftig seinen Anspruch nicht mehr wie bisher mit von der Rechtsprechung verwendeten Vermutungen (Altersphasenmodell) begründen kann.